Der Ortsteil Hirschhagen der nordhessischen Stadt Hessisch Lichtenau bei Kassel war zu Kriegszeiten einer der größten Rüstungsproduktionsstandorte. Hier wurden – vielfach mit ausländischen Zwangsarbeitern – Sprengstoffe, Zünder und Sprengkapseln hergestellt. Das insgesamt 260 Hektar große Gelände war dementsprechend stark mit Sprengstoffabfällen, Aschen und Teerkondensaten (PAK) kontaminiert.
Seit inzwischen zehn Jahren wird an der umwelttechnischen wie auch an der geschichtlichen Sanierung dieses Geländes gearbeitet. Etwa 100 Millionen Euro wurden seitdem in dieses Projekt investiert.
Europäische Ausschreibung gewonnen
Anfang Mai 2009 hat die Geiger Umweltsanierung mit den Arbeiten zur Sanierung des letzten Teilabschnittes begonnen. Die Sanierung soll Ende November 2009 abgeschlossen sein. Geiger hat hier gegen viel Konkurrenz die europaweite Ausschreibung des Landes Hessen gewinnen können.
Die Bodenproben haben ergeben, dass auf der rund 10.000 m² großen, jetzt zu sanierenden Restfläche etwa 18,5 Tonnen Nitroaromaten (Grundstoff des Sprengstoffs TNT, Trinitrotoluol) und circa 1,5 Tonnen polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) lagern. „Die Fläche wurde nach Kriegsende mit Rückständen aus der Betonsteinproduktion überschüttet. Bei diesen Rückständen handelt es sich um feinste Schleifschlämme, welche in den Ablagerungsbereich mit Wasser eingespült wurden. Diese Schlämme überlagern den Sanierungsbereich mit teilweise bis zu 17 Metern“, erklärt der zuständige Bauleiter. Der Projektumfang für die Geiger Umweltsanierung ist äußerst anspruchsvoll. Nachdem vorab die Ausführungsplanung für die Sanierung erstellt wurde, müssen zunächst mittels Voraushub circa 35.000 m³ der oben genannten Schleifschlämme abgetragen werden.
Umfangreiche Schutzmaßnahmen
Anschließend wird ein Arbeitsplanum geschaffen, von dem dann sieben Meter tiefe Stahlwaben in den Untergrund bis zum Kontaminationsniveau abgeteuft werden. Im Schutz des Waben-Verbaus erfolgt dann der Aushub der schadstoffbelasteten Bodenmengen. Die mit dem Wabenverfahren zu bearbeitende Fläche beträgt ca. 4.000 m². Sämtliche Erdbaugeräte sind mit Schutzbelüftungen ausgestattet. Persönliche Schutzausrüstungen für die Arbeiter werden selbstverständlich ebenfalls vorgehalten.
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